| Heute sitze ich hier am PC und schreibe den letzten Eintrag
auf Jills Seite. Ich denke an die schöne Zeit mir ihr zurück. Der K-Wurf war
der erste OES-Wurf der Jahrtausendwende. Sie waren zu fünft. Kurze
Zeit später gab es bei einem Riesenschnauzerwurf Probleme. Mutter ZZ hat
noch 4 kleine Riesenschauzer adoptiert und so wuchs sie in den ersten Wochen
mit den "Schwarzen Brüdern" auf. Als Jill 4 Monate alt war, wuchs unsre
Familie an. Mein Sohn Christian wurde geboren. Jill und er wuchsen zusammen
auf. Als Christian anfing zu laufen, konnte er sich immer gut an Jills Fell
festhalten und sch an ihr hochziehen. Lag sie unter dem Tisch und Christian
wollte auf den Tisch schauen, wo krabbelte er hoch um größer zu sein? Für
sie war das alles selbstverständlich. Auch als Reitpferd stellte sie sich
gerne zur Verfügung. Auch als meine Tocher Nadja geboren wurde, war Jill
immer der der Hund, mit dem sie alles machen durfte. Als Nadja gerade Laufen
konnte, nahm sie Jill an die Leine und ging mit ihr Gassi. Niemals hat sie
an der Leine gezogen, immer konnten sich die Kinder an ihr festhalten.
Auch bei den Ausstellungen hat sie immer gut abgeschnitten, aus der
Jugendklasse heraus wurde sie einmal BOB und BIS. Sie hatte ein traumhaftes
Gangwerk und die dicht behaarten Beine ihrer Großmutter geerbt, einen
eleganten Hals und einen schönen Körperbau...
Beim Agilitysport warf sie zwar immer die Stangen, aber bei den
Kontaktzonen war sie sehr gewissenhaft und nahm die Geräte immer bis zum
Ende. Beim Obedience bin ich mit ihr bis zur Klasse zwei gekommen. Ich kann
mich noch an ein Turnier erinnern, wo der typische "Bobtailsturkopf" bei ihr
durch kam. Wir haben bei uns am Hundeplatz eine blaue Hürde. Bei einem
Turnier war die Hürde aber weiß. Dies ging natürlich gar nicht. Hürden zum
Überspringen müssen dunkel sein, über so ein weißes Ding geht das nicht....
Fußarbeit hat sie geliebt. Ich kann mich an ein Turnier erinnern, bei dem
wir von Herrn Kurzbauer, einem strengen Richter aus Österreich, der nie
Punkte verschenkt, 9,5 Punkte in der Leinenführigkeit und 10 Punkte in der
Freifolge bekamen und die anerkennen Worte bei der Besprechung... Es war
schön mit Dir zu Arbeiten, Du hast immer Dein Bestes gegeben.
Das Ende kam relativ schnell. Ende Oktober hatte sie Probleme mit der
Halswirbelsäule, Ohren oder Kiefer. Sie war schmerzempfindlich beim Bewegen
des Kopfes. Die Medikamente, die wir vom Tierarzt bekamen, halfen nur kurz
und nicht wirklich. Bisher hat sie immer gut gefressen. Obwohl ich ihre
Futterration immer mehr erhöhte und sie ihre Schüssel leer fraß, nahm sie
ab. Dann fraß sie immer schlechter und baute natürlich immer schneller ab.
Sie bekam zwar Schmerzmittel und andere Medikamente, aber der Abbau war
nicht aufzuhalten, sie wurde immer schwächer. Ich hatte das Gefühl, sie will
nicht mehr. Weihnachten haben wir noch geschafft, sie bekam vom Tierarzt
alles, was noch möglich war, damit wir nicht noch vor diesem Tag den letzten
Gang antreten mussten. Ich weiß, dies war für mich, aber es ist so schwer,
den richtigen Tag zu finden. Wir haben Weihnachten gefeiert, sie bekam ein
gegrilltes Hähnchen, das sie sich schmecken ließ. Auch bis zu ihrem
Geburtstag ging es noch. Das Wienerle hat sie sich schmecken lassen und hat
beim Fressen noch wild geknurrt, damit es nicht geklaut wurde. Aber das
waren nur noch kurze Momente. Ich musste ihr meistens beim aufstehen helfen.
Sie wollte nicht mehr nach draußen, nur noch auf ihrem Platz liegen uns
schlafen. Meine Freundin Jutta rief an, wir wollten Gassi gehen. Zuerst die
große "Border Runde" und dann noch eine kurze Runde mit den Bobtails. Ich
wusste, dass ich die "Entscheidung" bald treffen musste. Sollte Jill heute
die Runde nicht mehr schaffen, dass muss ich diese Woche noch Schritt
machen! Jutta brachte Jill ins Auto und wir sind zu unserem "Alte Damen
Gassi Weg" gefahren. Wir mussten Jill aus dem Auto heben. Ich nahm Jill an
die Flexi, sie hörte nicht mehr gut und im Dunkeln nahm ich sie gerne an die
Leine, damit sie nicht "verloren" ging. Nach wenigen Metern blieb sie
stehen. Ich konnte sie ermuntern, noch ein paar Schritte weiter zugehen,
doch dann blieb sie wieder stehen. Wir entschieden die Flexi abzumachen und
Jill die Entscheidung zu überlassen, ob wir noch ein paar Schritte weiter
gehen oder zurück zum Auto. Sie wollte nicht mehr weiter. Auf dem Weg zurück
kam sie vom Schotterweg ab und stolperte über die Gräser am Wegrand. Wir
halfen ihr wieder auf die Beine. Aber sie konnte nicht mehr stehen, sie
hatte keine Kraft mehr. In diesem Moment war mir klar, wohin der Weg heute
führte. Die Regenbogenbrücke war unser heutiges Ziel. Jutta holte das Auto,
wir luden sie ein und fuhren zum Tierarzt.
Danke Jill für die schöne Zeit mir Dir. Wir werden Dich nie vergessen!
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